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Gemeinschaftliches Wohnen · Masterprojekt · Jade Hochschule
Lageplan
Lageplan

Wohnen als Netzwerk

Gemeinschaftliches Wohnen entwickelt sich in Europa zunehmend zu einer zukunftsweisenden Wohnform – als Antwort auf steigende Wohnkosten, wachsende Urbanisierung und ein neues Verständnis von Wohnen als Teil eines sozialen Netzwerks statt rein privatem Rückzugsort. Der Entwurf übersetzt diese Entwicklung in ein architektonisches Konzept, das individuelle Wohnqualität mit gemeinschaftlichen Nutzungen verbindet.

Im Mittelpunkt steht die Idee, dass gemeinschaftliches Wohnen bereits innerhalb der Architektur beginnt: Die Erschließungsflächen werden als Aufenthalts- und Kommunikationsräume interpretiert und bilden das räumliche Rückgrat des Gebäudes.

Entlang dieser Flächen befinden sich auf jedem Geschoss eine gemeinschaftliche Küche, ein Gemeinschaftsraum sowie ein Gemeinschaftsbalkon, während die privaten Wohnungen klar definierte, geschützte Rückzugsorte bleiben.

Der Baukörper selbst folgt derselben Logik. Einzelne, leicht gedrehte Raumvolumen fügen sich zu einem polygonalen Ganzen zusammen und bilden drei Wohnhäuser, die über vertikale Erschließungs- und Versorgungskerne miteinander verbunden sind. Im Erdgeschoss liegen Gewerbeflächen und dienende Räume als eigenständige Volumen und ergeben gemeinsam dessen Grundfläche.

So entsteht kein Haus mit angehängten Gemeinschaftsflächen, sondern ein Gefüge, in dem das Gemeinsame die Struktur vorgibt und das Private sich darin einordnet.

Nutzungsverteilung im Erdgeschoss Baukörper, additive Volumen Erschließung und Gliederung

Vom Volumen zum Haus

1. Nutzungsverteilung im Erdgeschoss

Gewerbeflächen und dienende Räume werden als eigenständige Volumen positioniert und ergeben gemeinsam die Grundfläche des Erdgeschosses.

2. Baukörper – additive Volumen

Einzelne, leicht gedrehte Raumvolumen fügen sich zu einem polygonalen Baukörper zusammen und bilden die Grundform der drei Wohnhäuser.

3. Erschließung und Gliederung

Vertikale Erschließungs- und Versorgungskerne gliedern den Baukörper und verbinden die Cluster-Wohnungen jeder Etage miteinander.

Erdgeschoss, Gesamtanlage Regelgeschoss
Erdgeschoss, Wohneinheit
Erdgeschoss, Wohneinheit
Obergeschoss, Wohneinheit
Obergeschoss, Wohneinheit
Schnitt A-A Schnitt B-B

Schnitte

Die beiden Schnitte zeigen die Cluster-Wohnungen über den Erschließungsflächen, die hier als Aufenthalts- und Kommunikationsräume dienen.

Detail 1 Detail 2

Legende

  • 01Holzfassade
  • 02Sibirische Lärche Brett
  • 03Balkongeländer / Absturzsicherung
  • 04Attikablech
  • 05Fenster Außenprofil
  • 06Fenster Innenprofil
  • 07Außenfensterbank
  • 08Markisen
  • 09Verglasung

Wandaufbau

Dachaufbau

Vegetationsschicht — 10 cm
Substrat — 2 cm
Dränschicht — 2 cm
Abdichtung
XPS Wärmedämmung — 20 cm
Gipsfaserplatte — 2 cm
Brettschichtholz — 14 cm
Mineralwolle — 8 cm
Brettschichtholz — 5 cm
Gesamt — 63 cm

Deckenaufbau EG

Sichtestrich — 8 cm
Trittschalldämmung — 2 cm
Schüttung — 3 cm
Brettschichtholz — 14 cm
Abhangdecke — 15 cm
Gipskartonplatte — 2 cm
Gesamt — 76 cm

Deckenaufbau RG

Sichtestrich — 8 cm
Trittschalldämmung — 2 cm
Schüttung — 3 cm
Brettschichtholz — 14 cm
Mineralwolle — 8 cm
Brettschichtholz — 5 cm
Gesamt — 40 cm

Bodenaufbau UG

Sichtestrich — 8 cm
Dämmung hart — 10 cm
WU-Stahlbeton — 35 cm
Sauberkeitsschicht — 5 cm
Gesamt — 58 cm

Außenwandaufbau EG

Fertigteil Sichtbeton — 5 cm
Konterlattung — 3 cm
Mineralwolle WLG 032 — 3 cm
Mineralwolle WLG 032 — 11 cm
Gipsfaserplatte — 2 cm
Brettschichtholz — 16 cm
Gesamt — 40 cm

Außenwandaufbau RG

Fassade Holz vertikal — 3 cm
Konterlattung — 3 cm
Mineralwolle WLG 032 — 5 cm
Mineralwolle WLG 032 — 11 cm
Gipsfaserplatte — 2 cm
Brettschichtholz — 16 cm
Gesamt — 40 cm

Außenwandaufbau UG

XPS Perimeterdämmung — 12 cm
WU-Stahlbeton — 28 cm
Gesamt — 40 cm

Fassade und Konstruktion

Die Fassade besteht aus vertikaler, unbehandelter Stülpschalung aus sibirischer Lärche, gegliedert durch zwei horizontal umlaufende Vollholzprofile, die die Geschosse optisch zusammenfassen.

Die Profile dienen zugleich als verdecktes Klippsystem und decken die Dämmebene der Fassade ab. Große kreisrunde Fenster prägen das Erscheinungsbild und holen viel Tageslicht in die Wohnräume.

Private Balkone mit Markisen in Altrosa schaffen zusätzlichen Sonnenschutz und eine warme Farbakzentuierung.

Konstruktiv verbindet das Gebäude einen Holzbau aus Brettschichtholz und Mineralwolldämmung mit einem Untergeschoss aus WU-Stahlbeton, das die Anforderungen an Abdichtung und Aussteifung im Bestandsblock erfüllt.